Freitag, 20. Januar 2012

Rückblick: Hee kritt de Mama schon widder e Kind

Peter Schütten mit Tochter Sunny (7) auf der Säuglingsstation
in der KlinikWeyertal - Foto: Thomas Banneyer
Ein Evergreen, einer der ersten ganz großen kölschen Hits der Bläck Fööss. Doch eigentlich wollte Peter Schütten mit „De Mama kritt schon widder e Kind“ (1974) den internationalen Durchbruch schaffen. Wir waren damals ja noch auf vielen Baustellen unterwegs, eigentlich waren die Stowaways unser Hauptprojekt“, erzählt Schütten. Und da sangen die späteren Bläck Fööss noch englische Texte.

„De Mama kritt schon widder e Kind hieß eigentlich Mama's in the Family Way, also, die Mama ist in anderen Umständen“, erklärt Peter. „Damals haben wir von einer Weltkarriere geträumt, doch die Leute wollten uns auf Kölsch.“ Peter schrieb das englische Stowaways-Stück 1972, die kölsche Version zwei Jahre später. Und die schlug ein wie eine Bombe.

Die Inspiration zum Song kam durch die Pänz in der Nachbarschaft. Peter: „Wir hatten unseren Probekeller am Karolingerring in einem ehemaligen Luftschutzkeller, im Viertel liefen so viele Kinder herum, man wusste gar nicht, zu wem die überhaupt gehörten.“

„Damals waren wir die Nachkriegsgeneration, die Menschen bekamen viele Kinder, damit sie im Alter abgesichert sind“, sagt Schütten, „da gab's noch den Spruch: Jedes Jahr ein Kind, bis wir Deutscher Meister sind.“

Heute darf man das Lied als Plädoyer fürs Kinderkriegen verstehen. „Bei Konzerten sage ich vor dem Lied: Leute, kriegt Babys, sonst bricht das Rentensystem zusammen.“
Peter Schütten selbst ist vor sieben Jahren das erste Mal Vater geworden. Tochter Sunny kam im Krankenhaus Weyertal zur Welt. „Eine unbeschreibliche Erfahrung“, sagt er.

Quelle: Express Köln, 30.08.10